Schulleben

Antike Texte und gender – Hochschultag Latein 2025

Vor den Faschingsferien durften zwei Schülerinnen des RWG, Mia (Q12) und Laura (Jgst.11), im Rahmen der Regionalen Begabtenförderung einen besonderen Tag an der Otto-Friedrich-Universität in Bamberg verbringen. Das Titel der eintägigen Präsenzveranstaltung rund um das Fach Latein befasste sich dabei mit einem äußerst aktuellen Thema – immerhin steht das Rollenbild von ‚Mann und Frau‘ nicht erst seit der modernen Diskussion ums sog. „Gendern“ auf dem Prüfstand. Ebenso finden sich in vielen Texten lateinischer Autoren typische, teils klischeehafte Verhaltensweisen für Männer bzw. Frauen dargestellt, deren Rollenzuschreibungen nicht zuletzt einer hierarchisch-patriarchalischen Gesellschaftsstruktur bedingen.

Das Interesse für Fach und Thema war dabei groß, sodass sich insgesamt knapp 50 Schüler/-innen (samt begleitenden Lehrkräften) zu Beginn der Veranstaltung, die als Kooperation zwischen dem Lehrstuhl für Klassische Philologie/Latinistik und der oberfränkischen Begabtenförderung organisiert war, im Hörsaal der Uni einfanden.
Nach zwei einführenden Impulsvorträgen zum Thema ‚Gender- was ist das eigentlich‘ von AR Dr. J. Brehm bzw. Prof. Dr. M. Schauer (Thema: Rollenbilder von ‚Mann und Frau‘ in Rom) erfolgte – je nach individueller Interessenslage – die Einteilung der Schüler/-innen zu den einzelnen Workshops. Dabei wurden u.a. besondere Frauenfiguren in der Antike in den Blick genommen, wie z.B. Sempronia und Fulvia in Sallusts ‚Coniuratio Catilinae‘; ebenso reflektierten die Teilnehmer/-innen die Figur der Clodia bei Cicero oder aber befassten sich mit der Beziehung zwischen Dido und Aeneas in Vergils Epos ‚Aeneis‘ etc.

Die einzelnen Gruppen bekamen dabei unterschiedliche Aufträge, immer jedoch standen natürlich lateinische Textgrundlagen (inkl. deutscher Übersetzung) im Vordergrund, anhand derer Textverständnis und Interpretation erarbeitet wurden. Im Laufe der ca. 90-minütigen Arbeitsphase entwickelten die Teilnehmer/-innen dabei steckbriefartige Plakate zu einzelnen Frauenfiguren, andernorts bildete eine interaktiv gestaltete Stationenarbeit zu unterschiedlichen Aspekten des Themas die Grundlage für eine motivierte Diskussion im Anschluss.
Nach einer sehr konzentrierten Arbeitsphase sowie angeregten Diskussionsrunden am Vormittag hatten sich alle Teilnehmenden die Mittagspause in der angrenzenden Mensa bei leckerem Essen nicht nur mehr als verdient, sondern konnten bei dieser Gelegenheit auch gleich einmal ‚echte Uniluft schnuppern‘ – angeregter Austausch selbstverständlich inklusive 
Am Nachmittag folgte dann ein zweite Runde Workshops, bevor in einer Abschlussrunde kurze Informationen zum (Latein-)Studium in Bamberg den gleichermaßen interessanten wie auch lehrreichen Tag für Schüler/-innen und begleitende Lehrkräfte abrundeten.
Es bleibt zu hoffen, dass diese sehr gelungene Veranstaltung auch in den kommenden Jahren als eine feste Größe i.S. einer Kooperation zwischen Schule und Universität erhalten bleibt!

S. Track

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